| Canon Powershot G10: Rauschen und DPP |
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Dem fingernagelgroßen Sensor der G10 hatte ich nicht allzu viel zugetraut - je kleiner der Sensor, desto schwieriger ist es, ordentliches Rauschverhalten hinzubekommen. Zwar versuchen die Hersteller, das Rauschen durch geschickte Nachbearbeitung in der Kamera oder bei der Konvertierung möglichst gering zu halten, aber leider geht das auf Kosten der Auflösung. Rauschen wird zwar plattgebügelt, dafür aber auch jedes Detail. Wie schneidet die G10 hier ab? Und taugt die Standardeinstellung von Digital Photo Professional (DPP) überhaupt was?
Um das herauszufinden, habe ich dieselbe Szene (tut mir Leid, leider nur unser Vorgarten an einem ziemlich trüben Tag) mehrere Male mit den ISO-Einstellungen 80, 100, 200, 400, 800 und 1600 aufgenommen (im RAW-Modus). Die Bilder wurden in DPP einmal mit den Standardeinstellungen der Kamera für Rauschen und Schärfung für die jeweilige ISO-Einstellung konvertiert, einmal mit meinen eigenen Einstellungen (Schärfe und Rauschkorrektur auf Null). Die Bilder habe ich dann alle mit Fred Mirandas Web Presenter auf 500 Pixel Kantenlänge heruntergerechnet und etwas geschärft. Alle wurden dabei gleich behandelt. Außerdem habe ich vom Originalbild auch noch Ausschnitte (200x200pixel) erstellt (ungeschärft). Um Bandbreite zu sparen, zeige ich hier nur die Extreme und die Ausschnitte aus den Bildern. So spannend ist mein Garten nicht. ;-)
Los geht's!
Mein Garten mit DPPs StandardeinstellungenISO80:
![]() Und bei ISO1600:
![]() Heruntergerechnet auf 500 Pixel Kantenlänge, sind beide Bilder OK, finde ich. Bei ISO1600 leidet bei der geringen Auflösung nur die Farbe, aber das dürfte leicht zu beheben sein. Ansonsten sind die Bilder sehr ähnlich, das stärkere Rauschen fällt nicht auf. Kein Wunder - ich habe die Datei extrem verkleinert! Niemand würde wohl ernsthaft eine Kamera wie die G10 kaufen, um dann winzige Web-Bildchen zu erzeugen. Hoffe ich zumindest! ;-) Also auf zum Pixelpeeping!
Vergleich der 200x200-Ausschnitte:
![]() Ja, hier wird's schon deutlich schlechter. Die Blider sind ab ISO200 mit deutlich stärkerem Rauschen versehen, und Details sind ab ISO400 kaum noch auszumachen.
Mein Garten, DPP Schärfe und Rauschreduktion auf Null
ISO80:
![]() ISO1600:
![]() Auch hier leidet die Farbsättigung, ansonsten kein Unterschied zu DPPs Standardeinstellungen. Schauen wir uns mal die 100%-Ausschnitte an:
![]() Mein subjektiver Eindruck ist, dass hier mehr Detail erhalten bleibt, vermutlich durch das Ausschalten der Rauschreduktion. Aber auch hier sind die Bilder von ISO400 an für große Ausdrucke sicher nicht mehr wirklich brauchbar. Der eigentliche Killer aber sind die Artefakte, die die Rauschreduktion und Schärfung erzeugt. Hier wird's richtig hässlich.
Artefakte, Rauschen und Schärfung
Hier sind ein paar Ausschnitte aus dem Bereich der Pflastersteine. Pflastersteine und Mauern sind ja ein beliebtes Motiv für Pixelpeeper. :-) Zuerst bei ISO1600:
![]() Hässlich, oder? Beides. Die Korrektur vernichtet jedes Detail, aber die Bilder sind ohnehin schon so verrauscht, dass sie zu nichts mehr zu gebrauchen sind. Irrelevant also, was die Rauschreduktion noch weiter damit macht. Wie sieht's aber bei ISO400 aus?
![]() Die Rauschkorrektur, aber vor allem die Schärfung bringt Artefakte ins Bild, die ich sehr störend finde. Dann doch lieber Rauschen... Übrigens - die JPGs, die die Kamera erzeugt, haben dasselbe Problem.
Fazit
Bei ISO80 und ISO100 ist die Bildqualität der G10 top. Wirklich einwandfrei. Das Optimum holt man aus der Kamera heraus, wenn man bei gutem Licht mit ISO80 oder 100 fotografiert - und vor allem im RAW-Modus! Ich setze in DPP (für mich der beste Rohdatenkonverter) die Schärfe und die Rauschkorrektur auf Null und schärfe und entrausche später per Hand, wenn's sein muss. Noise Ninja, nur auf bestimmte Bereiche angewandt, hat sich zu meinem Lieblingstool entwickelt. Generell: Respekt! Canon hat hier eine richtig tolle Kamera mit brauchbarem Rauschen und guten Details herausgebracht. |