| Canon Powershot G10 |
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Natürlich bin ich ein absoluter Fan von Spiegelreflexkameras. Sie sind flexibel, liefern beste Bildqualität, haben ein helles Sucherbild (meistens jedenfalls), es gibt fantastische Makroobjektive, man kann alle möglichen Filter verwenden, die Objektivpalette reicht von irgendwas um acht mm bis 1200 (glaube ich) - was will man mehr? Naja, ehrlich gesagt, manchmal will selbst ich dann doch keine zehn Kilo Ausrüstung schleppen...
Also musste doch eine Kompaktkamera her. Wofür? Naja, ich liebe Makro-Weitwinkelaufnahmen, und ich wollte etwas haben, das ich leichter auf Reisen mitnehmen kann. Aber weil einem manchmal tolle Motive über den Weg laufen, wenn man nur die Kompakte mitgenommen hat, musste die Bildqualität super sein. Genug Megapixel für Alamy, ordentlicher Dynamikumfang, wenig Rauschen. Schwierig, wenn man nur einen fingernagelgroßen Sensor zur Verfügung hat!
Aber dann bin ich auf die G10 gestoßen. Mein Fazit nach zwei Wochen Fotografieren: Super! Zugegeben: Die ISO-Einstellungen über 200 benutze ich nie, denn da rauscht die Kamera wirklich so stark, dass die Bilder unbrauchbar sind. ISO80 und 100 liefert aber einwandfreie, weitgehend rauschfreie Bilder mit guten Details. Der Dynamikumfang kann meiner Meinung nach nicht mit Spiegelreflexkameras mithalten, aber das hatte ich auch nicht erwartet. Kontrastreiche Motive muss man also sehr vorsichtig belichten. ![]() Der RAW-Modus ist da eine Offenbarung - eigentlich benutze ich die Kamera nicht im JPG-Modus, denn die JPG-Konvertierung scheint deutliche Artefakte zu erzeugen, die sicherlich mit der Rauschreduktion und dem Schärfen zusammenhängen. In DPP, dem Canon-Rawkonverter, setze ich üblicherweise die Schärfe und die Rauschreduktion auf Null, um beide Parameter später selbst beeinflussen zu können. Das eliminiert Artefakte vollständig. Dann kann man auch Schatten, wie im Bild, vorsichtig aufhellen.
Hier ein Beispiel, wie gut die Auflösung auch noch in den Schatten ist. Der sehr helle Fleck auf dem Panzer des Käfers wäre wahrscheinlich auch mit einer Spiegelreflex kaum zu vermeiden gewesen.
![]() Den Autofokus der Kamera fand ich zwar langsam, aber doch sehr brauchbar. Selbst bei Makro-Motiven wie dem Käfer oben stellt die Kamera schnell genug scharf. Objekte, die sich schnell bewegen, laufende Kleinkinder etwa, würde ich damit nicht fotografieren wollen. Die Bildfolge ist ebenfalls eher mäßig. Für die Anwendungen, für die ich sie gekauft habe, ist das aber völlig nebensächlich, denn mir geht es vor allem um Weitwinkel-Makros wie oben und natürlich Schnappschüsse auf Reisen. Wenn es mir um Schnelligkeit ginge, wäre sicher eine Ricoh meine erste Wahl. Die Handhabung ist einfach, vor allem, wenn man Canon-Kameras gewohnt ist. Die Menüs sind einfach aufgebaut, das Display ist nett und voller nützlicher Informationen, und das beste Feature sind natürlich die Drehknöpfe, mit denen oft benutzte Funktionen wie Belichtungskorrektur, ISO-Einstellungen und so weiter leicht einzustellen sind. So wirkt diese recht schwere Kamera ein wenig wie eine alte Messsucherkamera, und sie ist sehr leicht zu bedienen. Alles in allem: Super! Diese Kamera erfüllt meine Erwartungen, sie hat ein brauchbares Weitwinkel, macht prima Makroaufnahmen, man kann einen Canon-Blitz anschließen, die Bildqualität bei ISO 80 und 100 ist fast so gut wie bei meiner 50D, und die Nachteile des Formats (starkes Rauschen ab ISO 200, relativ langsam) beeinträchtigen mich nicht. Mehr zum Rauschen und generell zur Bildqualität später hier! |